Feedback mit KI und Trusted Learning Analytics an Hochschulen
Im Verbundprojekt IMPACT arbeiten fünf Hochschulen zusammen, die über eine besondere Expertise im Bereich ethischer, rechtlicher und sozialer Implikationen (ELSI) und auch praktische Erfahrungen im didaktischen Einsatz von Learning Analytics verfügen.
Studierende sollen in den verschiedenen Phasen ihres Studiums – als Studieninteressierte und –einsteiger*innen, im Studienverlauf und zum Abschluss von Studienleistungen ein sogenanntes "hoch informatives und personalisiertes Feedback" (HIF) erhalten, das auf den Studien des renommierten neuseeländischen Erziehungswissenschaftlers John Hattie basiert. Die Kunst des Feedbacks ist nach Hattie daran geknüpft, gleichzeitig Feedback geben und empfangen zu können.
Prof. Hendrik Drachsler, Professor für Informatik mit dem Schwerpunkt Educational Technologies am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und an der Goethe-Universität Frankfurt, erläutert das grundlegende Prinzip der Learning Analytics folgendermaßen: "Im Rahmen von Learning Analytics werden Studierendendaten erhoben und analysiert, um Studierende bei der Erreichung ihrer Studienziele zu unterstützen und zur Verbesserung der Lehre beizutragen. Die Verwendung von Learning Analytics ist an deutschen Hochschulen bisher kaum realisiert. Es ist daher notwendig, ein Verständnis zu schaffen, welchen Mehrwert Learning Analytics dem deutschen Hochschulwesen bieten kann."
Im IMPACT-Projekt, so Drachsler, werden bereits an den beteiligten Hochschulen etablierte Open Source-Software-Lösungen und Vorarbeiten miteinander kombiniert und in Anwendung gebracht. Dabei können die rasant gewachsenen Datenbestände mittels KI analysiert werden und in personalisierte "hoch informative personalisierte Feedbacks" umgewandelt werden. Beispielsweise können in der Studienorientierungs- und -eingangsphase (SOEP) Studierende je nach Bedarf niedrigschwellig beraten werden; dabei profitieren sie in weit höherem Maße von den im Vorfeld ausgewerteten Datenmengen, als dies in Form einer persönlichen Betreuung möglich wäre.
"Wir erwarten, dass Chatbots hilfreiche Unterstützungssystem in Zukunft sein können und relevante Informationen über die jeweilige Universität, als auch über das jeweilige Studierenden-Thema sein können", erklärt Drachsler. GUDI ist beispielsweise ein ChatBot der Goethe-Universität, der die Antworten auf viele essentielle Fragen, zum Beispiel Semestertermine, Ansprechpartner und angebotene Services der Uni kennt. Der ChatBot lernt durch die von Nutzer*innen gestellten Fragen ständig neu hinzu und wird um zusätzlichen Wissen erweitert.