Weiterbildung: Beteiligung in Deutschland unter dem selbstgesteckten Ziel
Die Weiterbildungsbeteiligung lag in Deutschland im Jahr 2022 bei 54 Prozent und damit deutlich unter dem selbstgesteckten Ziel der Bundesregierung, diese bis 2030 auf 65 Prozent bei den 25- bis unter 65-Jährigen zu erhöhen. Zwar wird der Bildungsbereich in den letzten Jahren durch Gesetzes- und Reforminitiativen wie beispielsweise der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung und der Nationalen Weiterbildungsstrategie wieder stärker zum Handlungsfeld von Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik. Diese Aktivitäten sollen u.a. das Weiterbildungsangebot ausbauen und dessen Transparenz verbessern, die Weiterbildungsbeteiligung fördern und soziale und strukturelle Benachteiligung abbauen.
Dennoch zeigen die Indikatoren und Kennzahlen des Bildungsberichtes: es besteht weiterhin bildungspolitischer Handlungsbedarf. Denn mit der stärkeren Digitalisierung des Weiterbildungsangebots haben sich die Unterschiede in der Weiterbildungsbeteiligung eher verschärft; diese Diagnose trifft auch auf die berufliche Bildung zu, wo verschiedene Beschäftigtengruppen in sehr unterschiedlichem Maße vom Betrieb durch Weiterbildung gefördert werden.
Der Bildungsbereich steht insgesamt vor neuen oder noch ungelösten Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel, den Nachwirkungen der Corona-Pandemie und dem gestiegen Bedarf an Integrationskursen, insbesondere seit dem Beginn des Ukraine-Krieges. Prof. Dr. Josef Schrader, DIE-Direktor und Mitglied der Gruppe der Autorinnen und Autoren, appelliert: "Der nationale Bildungsbericht bietet eine Fülle von Befunden und Diagnosen, die helfen können, bessere Möglichkeiten für das lebenslange Lernen aller zu schaffen. Die Frage, ob und unter welchen Bedingungen dies gelingt, sollte zukünftig mehr Beachtung finden."
Berufliche Bildung